Ich habe in letzter Zeit bewusst weniger gebloggt. Einerseits, weil man die ganze Selbstdarstellungsmaschinerie auch mal links liegen lassen sollen, andererseits, weil ich einfach keinen Bock hatte. Die Sonne scheint, was soll ich vor der Kiste hängen? Nun wirds doch mal wieder Zeit, ein kleines Interview mit mir selber durchzuführen.

Allen vorran: Sehr minimalistisches Blogdesign

Ich wollte schon länger von Wordpress weg, nicht nur, weil mir die Bedienung auf den Nerv ging, sondern auch weil man tierisch aufpassen muss, nicht gehackt zu werden. Nachdem jetzt AWS auch noch jeden Monat 18 Euro haben wollte, habe ich jetzt auf statische Seiten umgestellt.

Woran arbeitest du gerade?

Da mein Studium jetzt langsam zuende geht, widme ich mich meiner Bachelorarbeit. Das ganz und gar unphysikalische Thema wird durch eine kleine Lücke in der Studienordnung möglich. Ich berechne Nachkommastellen von e. Der Plan ist, den Weltrekord von 1,4 Bio. Stellen zu knacken. Aufwendig ist das deshalb weil man sehr gut optimierte Algorithmen braucht, um überhaupt vor dem Kältetod des Universums fertig zu werden. Meinen Job bei Blacklane habe ich etwas runtergefahren um mich voll und ganz diesem Thema zu widmen.

Wie läufts Studium sonst?

Da ich den letzten Semesterschnitt von 1,0 nicht toppen kann, eher gemäßigt. Es gibt in der Nähe der Uni einen netten Biergarten. :)

Und deine Hobbys?

Die freien Frühlingstage habe ich genutzt um endlich den kargen und viel zu großen Balkon aufzuhübschen. Eine kleine Loungeecke ist entstanden, es gibt einen Grill und abgesehen von einem kleinen Gewächshaus mit Tomaten baue ich auch Pfefferminze, Ingwer, Zitronengras, Erdbeeren, Zwiebeln und Knoblauch an. Angrillen war letztens und ich wurde mit selbstgebackendem Brot und eigens marinierten Spießchen ganz gut versorgt. :)

Und die Frauenwelt?

Nachdem sich der letzte Beziehungsversuch schon im Januar beendet hat (ihr Neuer spielt Ukulele, munkelt man) war klar: Ich leide an einem Fluch. Es sind die Saiteninstrumentspieler! Seitdem übe ich fleißig E-Gitarre und siehe da: Es läuft. Allerdings beschleicht mich mehr und mehr das Gefühl, meine Freiheit ist mir doch wichtiger als feste Bindungen.

Ach, neue Erkentnisse?

Ja. Ich glaube, Beziehungen funktionieren nicht. Menschen scheinen nicht dafür gemacht zu sein, Jahre in einer Beziehung zu ertragen. Am Anfang machts Spaß und nach einer Zeit geht man sich auf den Keks. Und man merkt nicht mal, wie unglücklich man wird. Und zack, ist die Freundin weg, spart man sich auf einmal den Psychologen. Jedenfalls, wenn der Schock vorbei ist. Und dann denkt man sich, man hätte sich eigentlich die letzten paar Jahre sparen können. Wieso also nicht gleich anders rum? Single sein bedeutet, keiner geht dir auf den Keks. Wenn die Schranktüren offen stehen bleiben, musst du dich bei keinem als dir selber beschweren. Kochen muss man nur für sich selber, oder auch nicht. Und wenn man doch mal Bock hat, jemand zu bekochen (oder in meinem Fall zu begrillen), lädt man wen ein.

Aber wer weiß, wahrscheinlich ist das auch nur so eine Phase und in 3 Monaten bin ich verheiratet oder so. :)

Andere große Veränderungen in den letzten Monaten?

Gerüchten zufolge soll ein gewisser Bert mir eine neue Frisur verpasst haben. In der Kürze liegt die Würze! :)

Schlusssatz?

Ich möchte an dieser Stelle natürlich Gordon Shumway grüßen, der mir eine große Inspiration war.