Januar 2014

Silvester wird diesmal mit der ganzen Familie in Berlin gefeiert. Die sächsische Verwandtschaft meiner Freundin schafft es, den Balkon in Brand zu setzen. Aber lustig wars.

In der Uni läuft dieses Semester unter anderem Quantenmechanik. Mein Kopf raucht und ich träume nachts von Formeln. Kein schöner Zustand.

Februar 2014

Die Quantenmechanik-Klausur bestehe ich mit einer zwei. Mit einem Freund hatte ich gewettet, eine eins zu schreiben. Mist. Positiv dagegen Mathe. Ich hatte damit gerechnet durchzufallen, habe aber knapp bestanden. Außerdem wird mein Job als Praktikum anerkannt, das gibt 15 Leistungspunkte ganz ohne was dafür zu tun. Das Semester ist damit vorbei und ich gehe wieder arbeiten.

Mein Internetprovider gibt endlich nach und verpflichtet sich, mir für jedes Stück Werbepost, das sie mir schicken, eine fette Vertragsstrafe zu überweisen.

März 2014

Endlich wieder Arbeiten. Was anderes mache ich auch nicht.

April 2014

Uni geht wieder los. Dieses Semester ist Theoretische Elektrodynamik, Festkörperphysik, Atom- und Molekülphysik, Astrophysik und das erste Grundpraktikum dran. Schon in der zweiten Woche merke ich, dass ich mich total übernommen habe. Festkörperphysik und Atom- und Molekülphysik fliegen wieder aus dem Stundenplan. Das Grundpraktikum macht mich sehr nervös. Ich mag einfach keine Experimente.

Mai 2014

Astrophysiker kürzen in Summen. Die Vorlesung ist ein totaler Reinfall. Ich entwickle eine starke Abneigung gegen dunkle Materie und dergleichen Unsinn. Ich fühle mich jetzt doch etwas unterfordert.

Juni 2014

Vor lauter Langeweile fange ich an, einen Videotracker zu schreiben, um meine Grundpraktikumsexperimente automatisiert auszuwerten. Der Name des Projekts: Opto-visuelle Erkennung von Rotationskinetik in leichten Laborbedingungen oder kurz: O.V.E.R.K.I.L.L.

Die Astrophysik-Klausur wird ein Witz. Ich gebe nach einem Drittel der Zeit ab und schreibe trotzdem eine Eins.

Juli 2014

Ausgerechnet in der Klausurphase fange ich mir eine fette Erkältung ein und liege ein paar Tage mit 40 Fieber im Bett. Mittendrin schreibe ich Elektrodynamik. Immerhin eine Zwei. Damit ist das Semester vorbei.

Meine Freundin verlässt mich nach 3 Jahren aus heiterem Himmel und zieht direkt aus. Später stellt sich raus, dass sie mich bereits seit 2 Wochen mit einem dicken Lautenspieler betrogen hatte. Der Lautenspieler verlässt sie übrigens einen Monat später, weil er nicht mit einer Betrügerin zusammen sein will. Karma, bitch!

Am Abend der Trennung meldet sich zufällig eine alte Bekannte bei mir, nach 3 Jahren Funkstille. Ich bin nicht gläubig, aber wenn es einen Gott gibt, hat er mir wohl einen Engel geschickt. Wir werden beste Freunde.

Die Zeit nach der Trennung verbringe ich größtenteils mit Kotzen und Heulen. Ich lande sogar im Krankenhaus. Das Langzeit-EKG liefert einen Ruhepuls von durchschnittlich 120 und einen Herzrythmus wie bei einem 80-jährigen. Stress ist nicht gut. Ich kann nicht essen und nicht schlafen.

August 2014

Ich erhole mich langsam. Das Leben als Single ist angenehm ruhig. Irgendwie geht's mir sogar besser als in der Beziehung. Ich stelle fest, dass ich mich die letzten Jahre zunehmend wie ein arrogantes Arschloch benommen habe und gelobe Besserung. Erstmal stecke ich meine ganze Energie in die Arbeit. Das lenkt ab und schlägt sich positiv auf meinem Konto nieder.

September 2014

Es geht mir schon wieder erstaunlich gut. Um meine vorherige Ex habe ich fast zweieinhalb Jahre getrauert, diesmal warens zweieinhalb Monate. Was sagt uns das über die Frau?

Mein Handy verreckt, ich kaufe ein neues. Das Galaxy S5 nötigt mich mit eingebautem Schrittzähler und Pulsmesser dazu, Sport zu machen. Ich halte das für eine gute Idee. Außerdem wird es Zeit, die hässlichen Möbel, die ich meiner Ex aus einem Mangel guten Geschmackes abgekauft habe, zu ersetzen. Besagter Engel hat einen guten Geschmack und hilft bei der Einrichtung.

Ich fange außerdem wieder an, zu daten. Mein erstes Date ist eine Apothekerin. Ich kriege einen abendfüllenden Vortrag über Polyacrylsäure und eine fremde Zunge in den Hals. Ohne Verankündigung. Urks. Mein zweites Date wäre eine bloggende Bauchtänzerin geworden. Nein danke, man lernt aus seinen Fehlern. Kein Online-Dating mehr! Und nicht mehr vorschnell in irgendwelche Beziehungen stürzen. Ich warte jetzt einfach auf die Traumfrau.

Oktober 2014

Die Uni geht wieder los. Dieses Semester mache ich das zweite Grundpraktikum, Computerphysik und allgemeine Relativitätstheorie.

Außerdem fahre ich nach Hannover zur HackOver, einem 3-tägigen Treffen von Techniknerds. Spaß!

Der Engel fängt an, Mathe zu studieren. Das kann ich. Von nun an gebe ich viel Mathenachhilfe. Schön, endlich was zurückgeben zu können.

November 2014

Computerphysik fetzt. Keine Klausur, nur Aufgaben, die bearbeitet werden müssen und benotet werden. Bedingungslos zu empfehlen. Auch allgemeine Relativitätstheorie hat dieses Semester keine Prüfung. Das Grundpraktikum nur eine mündliche. Das Semester scheint entspannt zu werden.

Ich verliebe mich, erinnere mich jedoch an mein Versprechen an mich selbst, das ganz ruhig angehen zu lassen. Was draus wird, sehen wir wohl erst nächstes Jahr.

Dezember 2014

Die Experimente im Grundpraktikum gehen mir gewaltig auf die Nerven. Ich fiebere dem Tag entgegen, an dem ich endlich fertig bin. Leider falle ich durch. Meine Praktikumspartnerin hat ihren Teil nämlich vergeigt. Ich muss 4 Experimente wiederholen. Shit happens.

Weihnachten ist stressig. Ich verbringe 8 Stunden in der Küche um der Verwandschaft ein exquisites Mahl zu kredenzen. Es mundet, aber die Küche sieht aus wie Dresden '45. Nächstes Jahr wieder was einfaches.

Zwischen den Jahren wollte ich ja nach Hamburg, Richtung Congress, aber irgendwie versucht das Karma mich daran zu hindern. So soll es sein. Stattdessen schließen wir uns ein paar Tage ein und lernen Mathe, ich und der Engel.

Silvester hat Potential. Kleine Party bei mir, ab 20:00. Auf das die Leute in unseren Leben bleiben, die dort hingehören. Cheers!