Ich freue mich auf den Tag, an dem die GEZ mich besuchen kommt. Ich werde die Drückerkolonne mit einem Nudelsieb auf dem Kopf und einem donnernen "Arrrr!" begrüßen. Warum? Weil meine Wohnung eine Pastafari-Kirche ist. Wir erinnern uns: Pastafari, das sind jene sympathischen Gläubigen, die dem Schöpfer unserer Welt, namentlich dem Fliegenden Spaghettimonster huldigen. Und sie meinen es (natürlich!) völlig ernst.

Um die intellektielle Verwirrung nun allmählich zu entkernen, begeben wir uns kurz in juristische Abgründe. Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (hässliches Wort), in der aktuell geltenden Version vom 29. Juni 2011, die festgelegt wurde durch Artikel 1 vom 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (sehr sehr hässliches Wort), besagt in Paragraph 5, Absatz 5, Ziffer 1

Ein Rundfunkbeitrag nach Absatz 1 ist nicht zu entrichten für Betriebsstätten die gottesdienstlichen Zwecken gewidmet sind.

Juhuu! Oh, Moment, das gilt nur für "Betriebsstätten", nicht für private Wohnungen. Was ist also eine Betriebsstätte? Paragraph 6 hilft uns aus:

Betriebsstätte ist jede zu einem eigenständigen, nicht ausschließlich privaten Zweck bestimmte oder genutzte ortsfeste Raumeinheit oder Fläche innerhalb einer Raumeinheit. [...] Auf den Umfang der Nutzung zu den jeweiligen nicht privaten Zwecken sowie auf eine Gewinnerzielungsabsicht oder eine steuerliche Veranlagung des Beitragsschuldners kommt es nicht an.

Es ist also völlig ausreichend, wenn ich zumindest gelegentlich meine Wohnung nicht ausschließlich privat nutze. Das ist der Fall, ich bin schließlich Gewerbetreibender. Leider in der IT-Branche, nicht in der religiösen. Das macht aber nichts. Meine Wohnung ist damit Betriebsstätte. Jetzt muss sie nur noch gottesdienstlichen Zwecken gewidmet sein. Das heisst ja nicht, dass ich Gottesdienste abhalte. Die Widmung ist ausreichend, nicht wahr? Wer oder was ist Gott im Sinne dieses Gesetzes? In diesem Land herrscht Religionsfreiheit. Ob ich zu Gott, Allah oder dem großen grünen Arkelanfall bete, sei mir überlassen. Wie nun diese Widmung an Gott auszusehen hat, geht aus dem Gesetz leider nicht hervor. Ich gehe aber davon aus, dass die Betriebsstätte gottesdienstlichen Zwecken gewidmet ist, wenn dort tatsächlich gottesdienstliche Handlungen stattfinden. Was eine gottesdienstliche Handlung ist, sollte auch klar sein. Das eribt sich aus dem Wort. Gottesdienst kommt von "Gott dienen", das tut prinzipiell jeder, der irgendwie gläubig ist. Aber bevor es zu schwammig wird, und das ganze einem Richter hinterher nicht mehr zu erklären ist, würde ich sagen, ich halte tatsächliche Gottesdienste ab. Für das fliegende Spaghettimonster, zumindest bis mir etwas besseres einfällt. In diesem Sinne:

Einladung zum Gottesdienst

An jedem Freitag der auf den 23. des Monats folgt, 20:00. Es gibt Spaghetti Bolognese. Meldet euch bitte rechtzeitig vorher an.

...womit das Thema GEZ-Gebühren erledigt wäre. :)