Es könnte der Stoff für einen spannenden Film werden. Einige Jahrzehnte lang arbeitet ein öffentlichkeitsscheuer Wissenschaftler zurückgezogen an der alles erklärenden Weltformel. Kurz vor seinem Tod versucht er alles noch schnell in Schriftform zu bringen und zu veröffentlichen, doch leider muss er das meiste weglassen, denn aus der Theorie ergeben sich gefährliche neue Erkentnisse. Und wie er am Beispiel der Radioaktivität gelernt hat, werden neue Erkentnisse immer zuerst für Waffen und dann zum Bau von instabilen Kraftwerken genutzt. Also nimmt er die meisten seiner Geheimnisse mit ins Grab. Allerdings hätte er wohl besser seine Notizbücher verbrannt...

Klingt zu abgefahren? Weit hergeholt ist es nicht. Ich bin derzeit in Northeim, der Wirkstätte des vor 11 Jahren verstorbenen Physikers Burkhard Heim, der die meiste Zeit seines Lebens eine neuartige Quantenfeldtheorie entwickelte. Seine Notizen und sein Nachlass lagerten Jahre lang in seinem leerstehenden Wohnhaus. Mit dabei: 35 Kilogramm Chemikalien, die dazu führten, dass die Northeimer Feuerwehr ihre ABC-Schutzanzüge ausprobieren durfte. Kurz nach diesem Einsatz wurden auch die verschollen geglaubten Notizbücher ins Northeimer Stadtarchiv gebracht. Dort warten nun 18 Archivkartons darauf, dass jemand ein paar Geheimnisse lüftet. Am Mittwoch habe ich einen Termin.