Seit Urzeiten macht sich der Mensch die durchaus interessanten Wirkungen diverser Pflanzen zu nutze. Eins der etwas abstruseren Gewächse wächst vor allem in den tropischen Gebieten von Westafrika. Eine Pflanze mit dem weniger wohlklingenden Namen Synsepalum dulcificum. Die Früchte die an diesen Büschen wachsen nennt man doch tatsächlich Wunderbeeren!

Ausschlaggebend für den etwas happigen Preis der Früchte ist der Inhaltsstoff. Das sogenannte Mircaculin ist ein geschmackloses Glykoprotein, das sich an die Rezeptoren der Zunge anheftet. Es sorgt dafür, dass Saures süß schmeckt. Der Explorationswunsch war geweckt!

Die Früchte kriegt man in Deutschland nicht, allerdings kann man auf bunten Seiten voller Rechtschreibfehler Trockenextrakte kaufen. Bezahlt wird per Paypal. Wenig später traf doch tatsächlich ein etwas dubios aussehender Luftpolsterumschlag aus Slovenija ein. Inhalt: 10x 600mg Wunderbeerenextrakt in Tablettenform.

Drogenpost

Die Tabletten soll man langsam im Mund zergehen lassen, sie schmecken ziemlich langweilig. Vielleicht nach Litschi. Dannach setzt die Wirkung ein, die entgegen der Versprechen der Wunderbeerendealer nicht für eine Stunde, sondern gerade einmal für etwa 10 Minuten anhält.

Zitronen

Resultat der Aktion: Wow, Zitrone pur schmeckt unglaublich gut! Auch bin ich normalerweise kein Fan von trockenem Rotwein, aber auch der wird genießbar. Tomaten werden auch um Längen leckerer. Kurz bevor ich dann zu einem Schluck guten Essigs greifen wollte, war es auch schon wieder vorbei. Schade.

Zumindest habe ich jetzt genug Vitamin C für die nächsten 3 Wochen intus. Cheers!