Ich habe vor einiger Zeit einen DSL-Vertrag bei Vodafone abgeschlossen. Der Surf Sofort DSL Vertrag kam ganz unschuldig daher. Günstig war er, weil über MyDealz bestellt. Und Vodafone liefert einen Router mit UMTS-Stick. Solange noch kein Techniker da war, um das DSL anzuschließen, kann man über UMTS surfen. Und das ohne Mehrkosten, inklusive. So steht es zumindest im Vertrag.

Dann kam der Umzug nach Berlin, also habe ich den Vertrag dann wieder gekündigt. Und natürlich achte ich darauf, mir das auch schriftlich bestätigen zu lassen. Doch - oh Überraschung - Vodafone schickt weiterhin Rechnungen. Und zwar über die angeblich kostenlose "Surf Sofort Option". Verwundert rief ich die Vodafone Hotline an. Ein Mann mit britischem Akzent erklärt mir, die Surf Sofort Option werde intern als ein Extra-Vertrag mit gesonderter Kundennummer behandelt und muss deswegen extra gekündigt werden. Ansonsten läuft sie weiter und kostet - weil der DSL-Vertrag wegfällt - Geld. Aber was kann ich für die interne Sortierung der Verträge? Ich habe nur einen Vertrag bestellt und auch nur einen gekündigt. Rein rechtlich handelt es sich nämlich um nur einen Vertrag. Was intern für Kundennummern vergeben werden, ist dem Gesetz egal. Sollte es auch. Denn wenn der Kunde nicht weiß, dass er in wirklichkeit zwei Veträge hat, kann er auch keine zwei kündigen.

Was kann ich also nun mit diesem Vertrag anfangen? Nichts. Das surfen ist nur in der Home-Zone kostenlos, aus der bin ich weggezogen. Ich bezahle also knapp 30 Euro im Monat für eine nicht nutzbare, angeblich kostenlose Option, die ich längst gekündigt habe.

Das ist Abzocke allererster Güteklasse. Das Vodafone gemerkt hat, dass es ein Problem ist, wenn Verbraucher nicht wissen, dass zwei Verträge gekündigt werden müssen, wo nur einer abgeschlossen wurde, ist klar. Schließlich wurde das Problem ja schon von der Presse aufgegriffen. Doch die Abzocke geht weiter, mit voller Absicht. Hier werden Kunden vorsätzlich um ihre Vetragssituation getäuscht, um richtig Kasse zu machen. Der Vertrag hat jeweils eine jährliche Kündigungsfrist. Macht 360 Euro extra für Vodafone. Ich sehe die Grenze zum strafbaren Betrug hier als eindeutig überschritten an.

Ich habe also Vodafone aufgefordert, die Rechnungen zu stornieren. Nachdem ich fast zwei Wochen auf eine Antwort warten musste, stellt sich Vodafone - in völliger Verkennung der Rechtslage - natürlich quer.

Wer an dieser Stelle aufgibt, zahlt. Ich schätze, das ist exakt die Kalkulation von Vodafone. Solange es noch Leute gibt, die sich sowas gefallen lassen, funktioniert die Masche. Nicht mit mir. Ich schreibe jetzt exakt noch einen Brief. Wenn das nicht fruchtet, kommt die Betrugsanzeige, die Zivilklage, die Presse und der Verbraucherschutz.

Damit kommen sie nicht durch.