Stell dir vor, da klingelt morgens jemand an der Tür und wenn du aufmachst, kippt dir ein 40-Tonnen-LKW eine Ladung Altpapier in die Wohnung. Würdest du das wollen? Nein. Was würdest du dagegen machen? Dem Typen kräftig auf die Fresse hauen, oder die Polizei holen, wenn du zivilisiert bist. Wenn du NLP kannst, würdest du ihn in die Tieftrance schicken und Ihn dazu bringen, seinen Scheiß wieder mitzunehmen. Und wenn du ein Idiot bist, dann räumst du den Müll selber weg.

Unglücklicherweise passiert das jeden Tag. Nicht gleich Tonnenweise, sondern nur ein paar Fitzelchen Altpapier. Werbung flattert ins Haus, die man nicht haben will. Flyer, Broschüren, Gutscheine, Einladungen zur Kaffeefahrt nach Castrup-Rauxel, das Sondersammelset handverlesener Blechmünzen aus Molwanien, zwei Gratis-Eierwärmer und einen Schüttelscheck über 15 Zloty kriege ich oben drauf, wenn ich nur noch Heute den ach-so-praktischen Wassersprudler bestelle, oder die Energiepyramide des Erzengel Gabriel aus leuchtendem Bleikristall, der das Licht der Hohepriester von Atlantis rein und die schlechten rechtsdrehenden Schwingungen rausjagt. Und die Krönung des ganzen: Gratiszeitungen! Und ich bin der Idiot der die Scheiße wegschmeißen muss.

Ich ging also in mich und stellte fest: Aha! Da liegt ein kommunikatives Misverständnis vor. Der Typ der mein Zuhause in eine Altpapierhalde verwandelt, geht davon aus, ich will das Zeug haben. Da gibt es Abhilfe. Also klebte seit geraumer Zeit am Briefkasten ein Schild. Bitte keine Werbung. Aber leider gibt es widerum manchmal Leute, die es nicht auf die Reihe kriegen, die Wünsche des anderen zu respektieren. In etwa wie eine nervige Stalkerin, die immer wieder anruft und die seit Jahren nicht kapiert, dass Nein einfach Nein heisst. Oder ein grapschendender Typ in der Disko, der sich nach dem energischen "Verpiss dich, Arschkrampe!" dann eine Backpfeife fängt. Jetzt habe ich gerade einen 20-Zenter Böller von einem Katalog im Briefkasten gehabt, und es reicht mir. Der nächste Flyer in meinem Briefkasten führt zu einem Feuerwerk an Rechtsmitteln. Wer nicht hören will, muss fühlen.