Im Moment wird ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz sehr kontrovers diskutiert.

Geklagt hatte ein Reisender, der wegen seines "ausländischen Erscheinungsbildes" von der Bundespolizei kontrolliert wurde. Der Polizist gab an, er kontrolliere bevorzugt Personen, die er aufgrund ihres Erscheinungsbildes als Ausländer einschätze. Ein Kriterium sei dabei die Hautfarbe.

Das Gericht bestätigte diese Vorgehensweise. Die Bundespolizei kontrolliert in Nahverkehrszügen um der unerlaubten Einreise und Verstößen gegen des Aufenthaltsgesetz entgegenzuwirken.

Und darüber regt sich die Blogosphäre nun auf. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Natürlich kontrolliert die Polizei bevorzugt Ausländer. Personen mit Deutscher Staatsbürgerschaft können schließlich nicht illegal einreisen, sie wohnen ja schon in dem Land. Wo ist da der Rassismus?

Mal angenommen, du wärst Grenzpolizist in Ghana und in einem Bus voller Dunkelhäutiger sitzt ein käsebleicher Deutscher. Bei wem würdest du wohl (auch) in den Pass schauen?

Ich halte es für sehr legitim, wenn die Polizei statistische Auffälligkeiten bestimmter Personengruppen bei Ihrer Arbeit nutzt, z.B. den in die Schweiz fahrenden Anzugträger im Oberklasse-Auto auf Schwarzgeld zu kontrollieren. Rein mathematisch gesehen erhöht das die Trefferquote. Wichtig ist nur, dass den Polizisten bewusst sein muss, dass diese Statistiken nicht immer stimmen und sich daraus keine Aussagen über Einzelpersonen ableiten lassen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Verdächtige müssen mit dem nötigen Respekt behandelt werden und ein Verdacht ist noch lange keine Verurteilung.

Quelle: Der Neger ist verdächtig - 27. März 2012, Udo Vetter, Lawblog