Eines der Grundprobleme in Deutschland ist, dass alles und jeder Gehaltsnachweise haben will. Als Selbstständiger bin ich Kunde Dritter Klasse, aber was meine Bank sich erlaubt, geht mir dann doch zu weit. Ein offener Brief.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Nachdem ich gerade mit ihrem telefonischen Kundenservice gesprochen habe, muss ich Ihnen leider meine absolute Unzufriedenheit mitteilen.

Ich bin seit längerem zufriedener Kunde bei Ihnen gewesen. Nachdem meiner Bitte, aufgrund meiner hohen Trading-Umsätze sämtliche Konten kostenlos zu setzen, entsprochen wurde und mir sogar ein Geschäftskonto eingericht wurde, obwohl dies eigentlich nicht möglich sei, war ich sehr glücklich, die richtige Bank gefunden zu haben.

Die Überweisungsfristen im BGB wurden Anfang des Jahres geändert und leider halten Sie sich nicht so genau daran. Meinen Unmut darüber habe ich geäußert und wurde mit einer Standardantwort aus Textbausteinen abgeschmettert. Da ich ansonsten zufrieden war, hatte ich es dabei belassen.

Jetzt habe ich gerade versucht, online für einen Betrag von ca.     Euro per Kreditkarte einzukaufen. Das liegt leider über meinem Kreditkartenlimit von     Euro. Auf meinem Tagesgeldkonto befand sich ein Betrag von       Euro, also wollte ich mein Kreditkartenlimit anheben lassen.

Ich teilte also Ihrem Callcenter mein Anliegen mit. Daraufhin wurde ich nach Gehaltseingängen gefragt. Ich bin selbstständig und mache meine Steuererklärungen selber, Gehaltsnachweise kann ich nicht vorlegen.

Aber warum brauche ich Gehaltsnachweise? Bei einem Dispolimit wäre ja verständlich, dass nachgewiesen werden muss, dass ich die Schulden hinterher bezahlen kann. Die Kreditkarte ist jedoch eine Debit Card. Geld, das nicht auf dem Konto ist, kann ich nicht ausgeben. Und das Geld ist vorhanden. Es stellt sich mir also nur eine Frage: Warum muss ich mir von Ihnen diktieren lassen, wie viel meines eigenen Geldes ich pro Woche ausgeben darf?

Ich bitte um Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen,
Markus Fenske