Dieser Typ ist schuld daran, dass ich seit einigen Wochen weiß, was harte Arbeit ist. Er heisst Tim Ferriss. Vor genau drei Jahren habe ich das Buch Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben von ihm gekauft. Die Idee dahinter: Baue dir mit wenigen Klicks ein Unternehmen zusammen. Sobald du Kunden hast, outsource alles. Und arbeite nur 4 Stunden pro Woche. Klingt doch traumhaft, oder? Ich machte also was jeder halbwegs normale Mensch mit einer traumhaft guten Idee macht: Aufschieben und vergessen.

Ewig lange zweieinhalb Jahre gingen ins Land, bis ich ein verstaubtes Buch in meinem Regal entdeckte. Wenige Tage später war meine Geschäftsidee fertig. Ich entwarf also ein Logo, dachte mir einen Firmennamen aus und machte mich an die Programmierung. Ein halbes Jahr und einen kleinen Betatest mit Freunden und Bekannten weiter war die Software bereit für echte Kunden. Und genau da fangen die Probleme für ein Ein-Mann-Startup an. Es fehlt an Marketingexpertise, Geld ist begrenzt, Investoren schwer zu finden. Zwischen Keyword-Optimierung, Texten umschreiben und dem Versuch ein paar gute Leute zu rekrutieren (her mit den Initiativbewerbungen, bitte!) bleibt kaum mehr Zeit zum Programmieren.

Was die 4-Stunden-Woche verschweigt, ist die harte Arbeit, die mit dem Aufbau eines Unternehmens kommt. Vergesst 4-Stunden-Wochen. 16-Stunden-Tage werden normal, 7 Tage pro Woche. Man muss alles selber machen. Marketing ist anstrengend und nervenaufreibend. Menschen, die man nach ihrer Meinung fragt, geben vernichtende Kritik ab. Man hat am Anfang keine Ahnung von irgendwas. Man setzt einiges in den Sand. Kapital schrumpft schneller als erwartet. Warum sollte jemand ein Startup aufmachen?

Weil es völlig verrückte Leute gibt, für die die Dinge erst interessant werden, wenn sie (fast) unmöglich erscheinen.

Mein Projekt RateCode macht Kundenbefragungen dadurch einfach, dass die Umfrage über einen QR-Code erreichbar ist. Es ist ein Tool für jene Firmen, die einfach nicht an genug Meinungen ihrer Kunden heran kommen.